paardynamik-Analyse

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Psychotherapie - Coaching - Supervision


Marina Böck, BEd, MA, MA

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„Ich glaube fest daran, dass Krisen keine Sackgassen sind, sondern Einladungen, die Beziehung auf einer tieferen, ehrlicheren Ebene neu zu definieren.“

 

Paardynamik-Analyse

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Eine Paardynamik-Analyse ist ein wertvolles Werkzeug, um die unsichtbaren Muster zu verstehen, die eine Beziehung steuern. Oft sind es nicht die einzelnen Charaktere, die Probleme verursachen, sondern die Verhaltensmuster, in die beide Partner verfallen.

​Hier ist ein strukturierter Überblick, wie eine solche Analyse abläuft und welche Kernaspekte dabei untersucht werden:


​1. Das Bindungssystem (Attachment)


​Die Grundlage jeder Paardynamik ist die Bindungstheorie. Sie erklärt, wie wir auf emotionale Nähe oder Distanz reagieren.


  • Sicher: Vertrauen in die Verfügbarkeit des Partners.


  • Ängstlich-ambivalent: Ständiges Bedürfnis nach Rückversicherung, Angst vor Verlassenwerden.


  • Vermeidend: Emotionale Distanz als Schutzmechanismus; Unabhängigkeit wird über Nähe gestellt.


Die Dynamik: Oft ziehen sich „Ängstliche“ und „Vermeider“ an, was zu einem schmerzhaften Verfolgung-Rückzug-Muster führt.


2. Kommunikation und Konfliktmuster

​Nach John Gottman (Paarforscher) gibt es spezifische Verhaltensweisen, die das Ende einer Beziehung vorhersagen können, wenn sie die Oberhand gewinnen:


  • Kritik: Angriff auf den Charakter statt auf das Verhalten.


  • Abwehr: Rechtfertigung und Gegenangriff („Aber du hast auch...“).


  • Verachtung: Herabschauen auf den Partner (der stärkste Prädiktor für Trennung).


  • Mauern: Emotionaler Rückzug und Abschalten während des Gesprächs.


​3. Machtbalance und Rollenverteilung

​In jeder Beziehung gibt es eine Verteilung von Einfluss und Verantwortung. Eine Analyse betrachtet:


  • Entscheidungsmacht: Wer bestimmt über Finanzen, Freizeit oder Erziehung?


  • Emotional Work: Wer investiert mehr Energie in die Aufrechterhaltung der emotionalen Verbindung?


  • Mental Load: Wer trägt die kognitive Last des Alltagsmanagements?


​4. Das Zirkularitäts-Modell

​In der systemischen Therapie betrachtet man Probleme nicht linear (A verursacht B), sondern zirkulär.


Beispiel: „Ich ziehe mich zurück (A), weil du nörgelst (B).“ – „Ich nörgle (B), weil du dich zurückziehst (A).“

​Beide Partner halten das Muster durch ihre Reaktion auf den jeweils anderen aufrecht. Eine Analyse hilft dabei, diesen Teufelskreis zu identifizieren und zu unterbrechen.


​5. Sexuelle und Intime Dynamik

​Hier wird untersucht, wie Lust und Begehren im Spannungsfeld von Sicherheit (Verbundenheit) und Autonomie (Erotik) stehen.


  • ​Gibt es ein „Verlangen-Gefälle“?   (einer will mehr als der andere)?


  • ​Wie wird mit Ablehnung umgegangen?


​Vorgehensweise für eine Selbstanalyse


​Wenn Sie Ihre eigene Dynamik reflektieren möchten, helfen diese Fragen:


  • Was ist unser „Klassiker“? Welches Streitthema kehrt immer wieder zurück, egal worum es vordergründig geht?


  • Welche Gefühle liegen darunter? Fühle ich mich im Kern unverstanden, kontrolliert oder nicht wertgeschätzt?


  • Was ist mein Beitrag? Was tue ich (oder unterlasse ich), das die Reaktion meines Partners provoziert?


Mein Ansatz als Paarcoach: Den gemeinsamen „Tanz“ verstehen

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Wenn Paare zu mir kommen, höre ich oft: „Wir streiten nur noch wegen Kleinigkeiten“ oder „Wir haben uns komplett auseinandergelebt.“ In meiner Arbeit habe ich gelernt: Meistens ist nicht einer von euch das Problem, sondern die Dynamik, die zwischen euch entstanden ist.


​Ich betrachte mich nicht als Schiedsrichter, der entscheidet, wer recht hat. Ich bin euer Prozess-Begleiter, der euch hilft, das unsichtbare Muster zu erkennen, in dem ihr feststeckt.



Wie ich euch unterstütze


Ich helfe euch dabei, den Blickwinkel zu verändern – weg von gegenseitigen Schuldzuweisungen, hin zu einer gemeinsamen Neugestaltung eurer Beziehung.


​Vom Vorwurf zur Verletzlichkeit:

Ich unterstütze euch dabei, die „Eisberg-Dynamik“ zu knacken. Hinter jedem lautstarken Vorwurf steckt meist ein leises, unerfülltes Bedürfnis oder eine alte Angst. Ich helfe euch, diese Primäremotionen so auszusprechen, dass der andere sie hören kann.

​Das Muster externalisieren: Gemeinsam identifizieren wir euren ganz persönlichen „Teufelskreis“. Wenn wir verstehen, wie eure Reaktionen (z. B. Rückzug vs. Forderung) sich gegenseitig befeuern, können wir diesen Kreislauf gezielt unterbrechen.


Sichere Bindung aufbauen:

Ich arbeite mit euch daran, die emotionale Sicherheit wiederherzustellen. Eine stabile Beziehung ist wie ein sicherer Hafen – ich zeige euch die Werkzeuge, wie ihr diesen Hafen gemeinsam pflegt.



​Mein Blick auf eure Beziehung


In meinen Sitzungen schaffe ich einen geschützten Raum, in dem alles Platz hat:


​Allparteilichkeit: Ich stehe auf der Seite eurer Beziehung. Ich validiere beide Perspektiven, denn in einer Paardynamik haben meist beide auf ihre Weise recht.

​Struktur im Chaos: Wenn Gespräche zu Hause eskalieren, sorge ich im Coaching für den Rahmen, in dem ein echtes Zuhören wieder möglich wird.

​Lösungen für den Alltag: Analyse ist wichtig, aber Veränderung braucht Übung. Ich gebe euch konkrete Werkzeuge und Impulse mit, die ihr direkt zwischen den Terminen ausprobieren könnt.



​​Der nächste Schritt


Seid ihr bereit, euren gemeinsamen „Tanz“ zu verändern? In einem Erstgespräch finden wir heraus, wo ihr gerade steht und wie ich euch dabei unterstützen kann, wieder eine Sprache für eure Liebe zu finden.

Überblick der Konzepte in der Paardynamik


Eine Analyse der Paardynamik ist wie der Blick unter die Motorhaube einer Beziehung. Es geht nicht nur darum, was gesagt wird, sondern um die tieferliegenden Muster, die bestimmen, wie zwei Menschen aufeinander reagieren. ​Hier ist eine Übersicht über die wichtigsten Konzepte, die Psychologen und Paartherapeuten nutzen, um die Dynamik zwischen Partnern zu verstehen:


​1. Das Teufelskreis-Modell (Interaktionszyklen)

​Oft verstricken sich Paare in einem repetitiven Muster, bei dem die Reaktion des einen die (negative) Reaktion des anderen provoziert.


  • Der Klassiker: Verfolger vs. Rückzügler. Ein Partner sucht Nähe oder Klärung (oft fordernd oder kritisierend), woraufhin sich der andere bedrängt fühlt und sich emotional oder physisch zurückzieht. Dies triggert beim Ersteren noch mehr Verlustangst, was zu noch mehr Druck führt.


  • Symmetrische Eskalation: Beide Partner versuchen, sich gegenseitig zu dominieren oder "eins draufzusetzen". Ein Wort ergibt das andere, bis der Streit explodiert.


​2. Die Bindungstheorie in der Paarbeziehung:

​Unsere frühen Erfahrungen mit Bezugspersonen prägen, wie wir uns in einer Partnerschaft verhalten. In Stresssituationen werden diese "Bindungsstile" aktiv:


  • Sicher: Kann Nähe genießen und Autonomie zulassen. Konflikte werden als lösbar angesehen.


  • Ängstlich-ambivalent: Ständiges Bedürfnis nach Rückversicherung; Angst vor Verlassenwerden.


  • Vermeidend: Emotionale Distanz wird als Schutzmechanismus genutzt; Unabhängigkeit ist oberstes Gebot.


​3. Die „Vier Apokalyptischen Reiter“ (nach John Gottman)

​Der renommierte Paarforscher John Gottman hat vier Kommunikationsmuster identifiziert, die das Ende einer Beziehung mit hoher Wahrscheinlichkeit voraussagen können:


  • Kritik: Den Charakter des Partners angreifen ("Du bist immer so egoistisch") statt ein spezifisches Verhalten zu benennen.


  • Verachtung: Herabschauen auf den Partner (Zynismus, Augenrollen, Spott). Dies ist der stärkste Prädiktor für eine Trennung.


  • Rechtfertigung: Abwehr von Verantwortung und Einnehmen der Opferrolle.


  • Mauern (Stonewalling): Den Dialog komplett verweigern und sich innerlich abschalten.


​4. Machtverteilung und Rollen

​In jeder Dynamik spielt die (oft unbewusste) Verteilung von Macht eine Rolle:


  • Funktionalität vs. Emotionalität: Wer kümmert sich um die Logistik (Finanzen, Haushalt), wer um das emotionale Klima?


  • Entscheidungsgewalt: Wer gibt die Richtung vor? Besteht ein Ungleichgewicht (Dominanz-Subdominanz), führt dies langfristig oft zu Ressentiments beim "unterlegenen" Partner.


​5. Die "Paargeschichte" und Glaubenssätze

​Paare entwickeln mit der Zeit eine gemeinsame Identität, aber jeder bringt auch sein eigenes "Gepäck" mit:


  • Glaubenssätze: "Man darf keine Schwäche zeigen" oder "Wenn man sich liebt, muss man alles gemeinsam machen".


  • Trigger: Bestimmte Worte oder Tonfälle des Partners aktivieren alte Verletzungen aus der Kindheit oder früheren Beziehungen.


Warum ist eine Analyse hilfreich?

​Eine Analyse hilft dabei, von der Ebene der Schuldzuweisung ("Du bist das Problem") zur Ebene der Systembetrachtung ("Dieses Muster ist unser Problem") zu gelangen. Sobald beide verstehen, wie sie sich gegenseitig beeinflussen, können sie beginnen, den Kreislauf bewusst zu unterbrechen.


Hinter jedem festgefahrenen Streit steckt ein ungelöstes Bedürfnis - ich helfe Euch als Therapeutin, diese Botschaften zu entschlüsseln und wieder eine gemeinsame Sprache zu finden. Ich begleite Euch dabei stets mit Empathie, psychologischer Fachkompetenz und einer klaren Struktur und biete Euch einen sicheren Rahmen, um auch schmerzhafte Themen konstruktiv besprechen zu können.